Gartenarbeit im Dezember

Hohe Bäume sicher schneiden

Obstbäume und Ziersträucher haben im Dezember ihre Blätter vollständig fallen lassen. Der Blick auf die Zweige ist frei. Jetzt kann man krankes, altes und totes Holz gut erkennen und entfernen.


Immergrüne von Schnee befreien

Bei starkem Schneefall ist es ratsam, immergrüne Gehölze immer wieder vom Schnee zu befreien, damit die Äste unter der schweren Last nicht abbrechen. Entweder Sie schütteln die Pflanzen kräftig oder Sie kehren sie mit einem Besen ab. Vor allem geschlossene Formen wie dichte Kugeln und Kegel brechen unter schwerem Schnee auseinander.


Ernten im Winter

Gemüse, das noch auf dem Beet steht, sollte mit Vlies, Laub oder Fichtenreisig vor Frösten geschützt werden. Lauch, Rosenkohl und Grünkohl können so in frostfreien Perioden bis Ende Januar geerntet werden. Auch Feldsalat, Spinat und Winterportulak können problemlos unter dieser Schutzschicht im Gemüsebeet - auch im Hochbeet - überwintern.


Hochbeet: Gehen Sie in die Höhe

Der anfallende Strauch- und Baumschnitt lädt geradezu ein, jetzt ein Hochbeet anzulegen. Zerkleinert und gehäckselt bildet er nämlich zusammen mit Laub die etwa 30 cm hohe Grundlage für ein Hochbeet. Darauf kommt etwa 20 cm hoch ein Gemisch aus reifem Kompost und Gartenerde.


Den Abschluss bildet eine 10 cm dünne Lage frischer Qualitätsblumenerde. Die Einfassung kann man als fertigen Bausatz kaufen oder selbst aus Brettern und Kanthölzern zusammenschrauben. Als Schutz gegen Wühlmäuse legt man zuunterst Drahtgeflecht ins Hochbeet.


So trotzt Mangold dem Frost

Ab Mitte Oktober sollten Sie Mangold mit einem Vlies oder mit Fichtenreisern abdecken. Häufeln Sie jetzt zusätzlich Erde rund um die Wurzeln an. So kann der Frost den grünen Blättern nicht schaden. Auf diese Weise lässt sich die Ernte sogar bis ins Frühjahr hinein verlängern, bis die Pflanze schließlich Blüten treibt und Platz für neues Gemüse machen muss.


Klematis schneiden

Waldreben wie Clematis montana blühen am vorjährigen Holz und dürfen nur direkt nach der Blüte geschnitten werden. 

Hybriden, die zweimal im Jahr blühen. Bei ihnen kürzt man im November/Dezember oder im zeitigen Frühjahr alle Triebe um die Hälfte ein.

Viele Wildarten und einmal blühende Sorten wie 'Jackmanii'. Sie kappt man jetzt auf 20 bis 50 cm über dem Boden.


Nicht vergessen


Pflanzenschutz im Winter

Treten an Ihren Christrosen braunschwarze Flecken auf, die vom Blattrand ausgehend nach innen wachsen, handelt es sich um die Schwarzfleckenkrankheit, die durch den Pilz Coniothyrium hellebori hervorgerufen wird. Schneiden Sie die befallenen Blätter ab, damit sich die Krankheit nicht ausbreitet, und düngen Sie die Pflanzen nur sehr zurückhaltend. Bei schwarzen Kügelchen an Rosentrieben handelt es sich um die Eier der Großen Rosenblattlaus. Aus ihnen schlüpfen im Frühjahr die Larven, die sich sofort über die jungen Triebe hermachen. Schneiden Sie Zweige, an denen Eier haften, mit dem Rosenschnitt im Frühjahr ab oder bürsten Sie jetzt die Eier mit einer Zahnbürste und Seifenwasser von den Trieben.


Futterpflanzen stehen lassen

Wenn Sie Gräser, Sommerblumen und Stauden nicht abschneiden und die Samen ausreifen lassen, tun Sie Grünfinken und anderen Singvögel im Garten etwas Gutes. Die bekannteste Vogelfutterquelle ist die Sonnenblume mit ihren fettreichen Kernen. 

Lecker schmeckt den Vögeln aber auch der Samen von Stauden wie Prachtscharte, Kandelaber-Ehrenpreis und Kolbenhirse. An den im Spätsommer gebildeten langen, kolbenartigen Fruchtständen lassen sich Finken und Meisen gern zum Naschen nieder. Zudem sehen die Fruchtstände, wenn sie mit Raureif überzogen sind, wunderschön aus im winterlichen Garten.


Kontrolle im Winter

Kübelpflanzen im Winterquartier: Kontrollieren Sie die Triebe und Blätter regelmäßig auf Schädlinge. Bei Befall durch Spinnmilben, Thripse oder Blattläuse sollten Sie Pflanzenschutzmittel einsetzen. 
Verfaulte Äpfel entfernen: Wenn die Obstbäume ihr Laub verloren haben, lassen sich Fruchtmumien gut entfernen. Das reduziert das Infektionsrisiko im nächsten Frühjahr. 
Gallmilben an Schwarzer Johannisbeere: Wenn Ihre Schwarzen Johannisbeersträucher immer weniger Früchte tragen und schlecht wachsen, können Gallmilben schuld daran sein. Sie überwintern in den Knospen, die dadruch kugelförmig anschwellen. Stark befallene Triebe sollten Sie abschneiden und in den Biomüll und nicht auf den Kompost werfen.


Sorgen Sie für Luft im Teich

Stellen Sie ein dickes Bündel Stroh oder Schilfrohr in den Teich, bevor sich Eis bildet. Damit verhindern Sie, dass der Teich vollständig zufriert und sorgen dafür, dass Pflanzen, Fische, Schnecken und andere Teichbewohner im Winter genug Sauerstoff bekommen.


Zeit für die Bodenprobe

Dezember ist ein guter Zeitpunkt, um im Garten Bodenproben zu nehmen und analysieren zu lassen. Dafür entnehmen Sie an fünf bis zehn Stellen spatentief Boden aus dem Beet oder vom Rasen. Schaben Sie einen Löffel voll Erde vom Spaten, am besten arbeiten Sie dazu von unten nach oben. Mischen Sie die Proben in einem Eimer und füllen Sie etwa 500 g in einen Plastikbeutel Beschriften Sie den Beutel und senden ihn an eine Landwirtschaftliche Untersuchungs- und Forschungsanstalt (Adressen über die Landwirtschaftskammern). Sie erhalten Auskunft über die des Bodens sowie eine Düngeempfehlung.


Erik Behrens

Gartenfachberater SLK/LSK